Ungelesen

Ungelesen

Der Autor ist tot, ist neulich gestorben, ist morgens ganz einfach nicht wieder erwacht. Er war schon recht alt, wär bald 90 geworden – die Andern und ich haben Tränen gelacht bei all seinen Worten und Sätzen, Geschichten von Helden und Schurken durch Welten gelenkt in wohlklingender Sprache in Versen, Gedichten; hat Zeit seines Lebens uns Träume geschenkt.   Die Wohnung ist leer doch so voller Seele. Am Schreibtisch noch immer sein uralter Hocker. Ich lächle, als ich ihn dort nachdenken sehe über tollkühne Epen oder blutige Schocker, die Finger voll Tinte, gebeugt über Blätter – vergangene Bilder nur in meinem Kopf… …seh wie ich als Junge den Zaun rüber kletter, nervös und gespannt an die Holztüre klopf, den Autor zu...

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Hinter den Masken

Hinter den Masken

Ich wollt die Feinde meiner Welt unzählig oft schon fragen, ob sie auf sich allein gestellt auch ihre Masken tragen. Ob jene Herren Schicksalslenker, die vor falschen Göttern knien, all die Größenwahnsinnsdenker, die Rolle auch privat durchziehn.   Habt ihr Kinder, könnt ihr lieben, sitzt ihr auch mal faul herum? Könnt ihr lachen nach Belieben oder bleibt die Seele stumm? Habt ihr Angst vor irgendetwas, macht das Leben für euch Sinn? Fühlt ihr Neugier, Schmerz und Spaß, steckt noch Menschlichkeit darin?   Ihr wart mal eines Menschen Kinder! Was ist mit euch geschehen? Die Maske macht euch blind und blinder, ihr konntet einstmals sehen! Welch Hexe hat sich eure Herzen einverleibt und ausgesaugt, welch Zauber quält euch unter Schmerzen, was hat...

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Wir schaffen die Zeit ab

Wir schaffen die Zeit ab

Du rennst. Du weißt. Du musst. Termine. Zwänge. Frust. Melancholie statt Lebenslust. Kommt die Erkenntnis unbewusst: Wir schaffen die Zeit ab. Sonst schaffen wir uns ab. Wir schaffen die Zeit ab. Denn sie ist eh knapp. Wir schaffen die Zeit ab. Sonst geht es bergab. Wir schaffen die Zeit ab. Wer braucht diesen Maßstab. Wir schaffen die Zeit ab. Wir schaufeln ein Zeitgrab. Da. Plötzlich. Innehalten. Den Turbo einfach abschalten. Du siehst, du riechst, du schmeckst, den Reichtum den du entdeckst – wenn der Adler sich in die Lüfte hebt und jede Faser deines Seins belebt. Doch es bleibt nur ein kurzer Traum, es ist vorbei als es begonnen kaum. Denn es gibt immer einen Idioten, der denkt, „das gehört verboten.“ Er hat sich heimlich...

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Tintenschwert

Tintenschwert

Worte können Schwerter sein, wie Granaten explodieren – ihre Splitter dringen tief selbst in dickste Köpfe ein. Worte können losmarschieren, sobald sie jemand rief – wie tödlich scharfe Messerklingen stechen sie in kalte Herzen, bohren Löcher ins Bewusstsein, können Riesen niederringen, das Übel dieser Welt ausmerzen, reißen jede Mauer ein. Doch all die Worte helfen nicht und können nichts erbauen, werden Sinn und Zweck verlieren wenn keiner sie je spricht. Jemand muss sich folglich trauen, seinen Zorn zu formulieren, all die Sätze laut zu sagen, harte Worte und die schlauen. Doch alte Narren gibt’s nicht mehr, wer sonst wohl könnt‘ es wagen? Es wird Zeit, sich umzuschauen, es müssen neue Narren her! Ihr, verehrte Herren, Damen, seid...

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Rad der Zeit

Rad der Zeit

Junges muss zu Altem werden, jeder Frühling wird zum Winter und auch deines Kindes Kinder wandeln nur begrenzt auf Erden. Was geboren wird muss gehen, Vergangenes kommt nicht zurück, doch jedes Ende wird zum Glück als Anfang  neu entstehen. Denn es dreht sich, dreht sich immer, langsam, sicher, urgemütlich, weiter, weiter, nimmt dich mit sich, wie ein Uhrwerk stoppt es nimmer! In der Sanduhr deines Lebens rinnt der Sand durch deine Hände, bis zum Ende, bis zum Ende. Willst ihn greifen, doch vergeblich, deine Zeit wird sicher enden. Jeder weiß es, jeder weiß es, du bist Teil des Zeitenkreises, sollst den Sand nur nicht verschwenden. Denn es dreht sich, dreht sich immer, langsam, sicher, unerschöpflich, weiter, weiter, nimmt dich mit sich, wie ein Uhrwerk...

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Dank des Narren

Dank des Narren

Des Narren Dank ergeht an euch, wertes Lumpenpack, Gekreuch: Auf dass ihr weiter gern und oft, unverblümt und unverhofft recht viel Dummheit offenlegt – und so den Job des Narren pflegt, Steilvorlagen nett serviert, gnadenlos und ungeniert diese Welt ins Chaos reißt, auf des andren Meinung scheißt, euch benehmt wie Anuslöcher, unbelehrbar noch und nöcher euch in enge Kisten zwängt und andre in dieselben drängt, dabei stets mit ernster Miene auf der Verständnis-Heuchel-Schiene lügt und trügt und ignoriert, was in der Welt um euch passiert! Was wär der Narr nur ohne die, welche voller Idiotie, Unverstand und Penetranz, sonnend stets im eignen Glanz, den Blick vom Größenwahn verstellt, die Geschicke dieser Welt zu ihrem Vorteil lenken und bis zur...

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Deine Welt stirbt

Deine Welt stirbt

Es ist so, dass deine Welt stirbt – ich muss dir das so sagen, auch wenn es deinen Plan verdirbt ist’s eine Frage nur von Tagen: Wir steuern auf den Abgrund hin mit Sieben-Meilen-Schritten. Wir sollten tief auf unsern Knien die Erde um Verzeihung bitten! Du meinst, dass all die Mega-Schlauen den Ansatz einer Lösung hätten? Du kannst nicht auf die andern bauen, nur du kannst deine Welt retten. Vergiss die Politiker-Affen, die deine Welt zum Ende führ’n – die Natur hat dich erschaffen, du kannst sie in dir spür’n! Zeit, dass man versteh‘n beginnt, dass nicht wer Bäume kuscheln geht nicht mehr richtig tickt und spinnt, weil er die Sprache der Natur versteht – sondern all die anderen Idioten, mit ihren Paragraphen, Regeln, Listen und all...

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Ich schenk euch ein Geheimnis

Ich schenk euch ein Geheimnis

Alle Mythen sind Geschichte, Legenden längst zunichte, das Kollektiv scheint kalt und leer – die Welt trägt kein Geheimnis mehr.   Als Opfer der Entzauberung und Träumerei-Verweigerung, wird Wissenssucht zur Übermacht, der Mensch aus Glas bei Tag und Nacht.   Doch wer verleiht Gedanken Flügel, sprengt der Normen Zaum und Zügel, lässt euch vor Freude tanzen und Tagtraumblumen pflanzen?   Ich geb euch ein Geheimnis mit, das wie Seelendynamit, in eurem Kopf die Schranken und staubige  Gedanken allesamt ins Nichts verdrängt und eure Geistes-Ketten sprengt!   Ich schenk euch ein Geheimnis, still euer Seelen-Grund-Bedürfnis, geb euch Mythen und Geschichten, wovon in Versen und Gedichten der Barde Lieder singt und euch zum Träumen...

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Kasperletheater

Kasperletheater

An alle Weltverbesserungsagenten, an alle Gartenzaunfaschisten, an alle Bürokratenjünger, an alle Rentneraktivisten: Für euch reicht die bekannte Welt nur bis zum Schlagbaum an den Grenzen, die ihr selbst errichtet habt – aus Blindgehorsamskonsequenzen! An euch geh‘n diese Zeilen voll Abscheu, Ekel, Wut, denn ohne euch ihr Weltverbess’rer, wär die Welt schon ziemlich gut! Und wenn ihr was verbessern wollt, fangt doch im Kleinen an – mit euren hässlichen Visagen, die ich kaum ertragen kann! An alle Volksvertreterspieler, an alle Politikverdreher, an alle Wahlversprechensgaukler, an alle Kleinermannversteher: Was wisst ihr schon vom echten Leben, von Angst und Existenzproblemen? Ihr könntet wohl den Anstand haben, euch für euch selbst zu...

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