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Tintenschwert

Worte können Schwerter sein,
wie Granaten explodieren –
ihre Splitter dringen tief
selbst in dickste Köpfe ein.
Worte können losmarschieren,
sobald sie jemand rief –
wie tödlich scharfe Messerklingen
stechen sie in kalte Herzen,
bohren Löcher ins Bewusstsein,
können Riesen niederringen,
das Übel dieser Welt ausmerzen,
reißen jede Mauer ein.

Doch all die Worte helfen nicht
und können nichts erbauen,
werden Sinn und Zweck verlieren
wenn keiner sie je spricht.
Jemand muss sich folglich trauen,
seinen Zorn zu formulieren,
all die Sätze laut zu sagen,
harte Worte und die schlauen.
Doch alte Narren gibt’s nicht mehr,
wer sonst wohl könnt‘ es wagen?
Es wird Zeit, sich umzuschauen,
es müssen neue Narren her!

Ihr, verehrte Herren, Damen,
seid die Sprecher dieser Zeit.
Schluckt die Worte nicht hinunter,
die euch in die Sinne kamen.
Macht euch für den Kampf bereit,
der Widerstand wird munter,
eure Worte sollen Waffen sein!
Ihr sollt nicht am „Ja“ ersticken,
nicht im Strome sinnlos treiben,
sollt das „Nein“ zum Himmel schrein!
Bald schrillt der Weckruf, hört das Ticken,
lasst Herzblut eure Worte schreiben!

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